Warum Vergesslichkeit und schlechte Stimmung oft gemeinsam auftreten

Warum Vergesslichkeit und schlechte Stimmung oft gemeinsam auftreten

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Viele Menschen kennen dieses Gefühl: Man sucht nach einem Namen, vergisst einen Termin oder steht in der Küche und weiß plötzlich nicht mehr, was man eigentlich holen wollte.

Solche Momente gehören bis zu einem gewissen Grad zum Älterwerden dazu. Gleichzeitig berichten viele Menschen, dass sie sich mit zunehmendem Alter nicht nur vergesslicher fühlen, sondern auch weniger belastbar, schneller gereizt oder emotional empfindlicher.

Auf den ersten Blick scheinen Gedächtnis und Stimmung wenig miteinander zu tun zu haben. Tatsächlich sind beide jedoch eng miteinander verbunden. Das liegt daran, dass dieselben Gehirnregionen und biologischen Prozesse sowohl an unseren Erinnerungen als auch an unserem emotionalen Wohlbefinden beteiligt sind.

Das Gehirn trennt nicht zwischen Denken und Fühlen

Im Alltag sprechen wir oft getrennt über Gedächtnis und Stimmung.

Wir sagen Dinge wie:

  • „Ich bin heute vergesslich.“
  • „Ich bin schlecht gelaunt.“
  • „Ich bin emotional erschöpft.“

Für unser Gehirn gehören diese Bereiche jedoch eng zusammen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der sogenannte Hippocampus. Diese Gehirnregion hilft uns dabei, neue Erinnerungen zu speichern und Erlebnisse einzuordnen. Gleichzeitig steht sie in engem Austausch mit anderen Hirnarealen, die unsere Gefühle verarbeiten.

Deshalb können Veränderungen, die das Gedächtnis beeinflussen, häufig auch Auswirkungen auf die Stimmung haben – und umgekehrt.

Warum Stress dem Gehirn zusetzt

Ein weiterer gemeinsamer Faktor ist Stress.

Kurzfristig ist Stress nichts Schlechtes. Er hilft uns dabei, Herausforderungen zu meistern und aufmerksam zu bleiben.

Problematisch wird es erst dann, wenn Stress über längere Zeit anhält. Unter Dauerstress schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus. Diese können verschiedene Prozesse im Gehirn beeinflussen. Viele Menschen bemerken dann:

  • Konzentrationsprobleme
  • Vergesslichkeit
  • innere Unruhe
  • Gereiztheit
  • Erschöpfung
  • Schlafprobleme

Warum Schlaf dabei eine zentrale Rolle spielt

Wer schlecht schläft, merkt die Auswirkungen oft bereits am nächsten Tag. Man ist weniger konzentriert, reagiert empfindlicher und fühlt sich schneller überfordert.

Der Grund dafür liegt in den wichtigen Aufgaben, die das Gehirn während der Nacht übernimmt. Während wir schlafen, werden Erinnerungen gefestigt und Informationen sortiert. Gleichzeitig verarbeitet das Gehirn emotionale Eindrücke des Tages.

Fehlt ausreichend Schlaf, leiden daher häufig sowohl Gedächtnis als auch Stimmung. Das erklärt, warum Menschen mit Schlafproblemen oft berichten, dass sie sich gleichzeitig vergesslicher und emotional unausgeglichener fühlen.

Veränderungen im Alter betreffen mehrere Bereiche gleichzeitig

Mit zunehmendem Alter verändern sich verschiedene Prozesse im Gehirn.

Das bedeutet nicht automatisch einen starken geistigen Abbau. Viele Menschen bleiben bis ins hohe Alter geistig fit und aktiv.

Dennoch können bestimmte Systeme empfindlicher auf Belastungen reagieren. Schlafqualität, Energieversorgung der Nervenzellen und die Kommunikation zwischen Gehirnregionen verändern sich im Laufe des Lebens.

Dadurch können kleinere Belastungen manchmal stärkere Auswirkungen haben als früher. Während man beispielsweise mit 40 nach einer schlechten Nacht vielleicht nur etwas müde ist, können dieselben sechs Stunden Schlaf mit 70 deutlich spürbarer sein – sowohl für die Konzentration als auch für das emotionale Wohlbefinden.

Warum Bewegung oft gleichzeitig Gedächtnis und Stimmung verbessert

Einen spannenden Hinweis darauf, wie eng beide Bereiche zusammenhängen, liefert die Forschung zu Bewegung.

Menschen, die sich regelmäßig bewegen, berichten häufig nicht nur von besserer Stimmung, sondern auch von mehr geistiger Klarheit. Bereits tägliche Spaziergänge, leichtes Krafttraining oder Radfahren können positive Effekte auf das Gehirn haben.

Bewegung fördert die Durchblutung, unterstützt die Energieversorgung der Nervenzellen und hilft dabei, Stress abzubauen. Deshalb zählt körperliche Aktivität zu den wichtigsten Maßnahmen für ein gesundes Gehirn.

Was Du konkret tun kannst

Auch wenn sich das Gehirn im Laufe des Lebens verändert, können wir viel für seine Gesundheit tun.

Besonders wichtig sind:

·       Ausreichend Schlaf: Guter Schlaf unterstützt Gedächtnis, Konzentration und emotionale Balance.

·       Regelmäßige Bewegung: Schon tägliche Spaziergänge können einen Unterschied machen.

·       Soziale Kontakte: Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und soziale Bindungen fördern geistige und emotionale Gesundheit.

·       Geistige Aktivität: Lesen, Rätsel lösen, eine neue Sprache lernen oder ein Instrument spielen fordern das Gehirn auf positive Weise.

·       Stress reduzieren: Bewusste Pausen, Entspannung und Zeit für sich selbst helfen dem Gehirn bei der Regeneration.

Fazit

Vergesslichkeit und Stimmungsschwankungen treten häufig gemeinsam auf, weil Gedächtnis und Emotionen im Gehirn eng miteinander verbunden sind.

Stress, Schlafmangel, Erschöpfung oder altersbedingte Veränderungen können beide Bereiche gleichzeitig beeinflussen. Umso wichtiger ist es, das Gehirn ganzheitlich zu betrachten.

Wer auf ausreichend Schlaf, Bewegung, geistige Aktivität und Erholung achtet, schafft gute Voraussetzungen dafür, sich nicht nur geistig fit, sondern auch emotional ausgeglichen zu fühlen.

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